Wie geht erfolgreiches Netzwerken?

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Diana Scholl

Wie können Netzwerke bereichern? 

Welche Rolle spielen die Sozialen Medien beim Netzwerkaufbau? 

Möchte ich mit Entscheidungen leben oder mitentscheiden? 

Diese und weitere Fragen beantwortet Diana Scholl im Rahmen der Interviewreihe “Einstieg. Aufstieg - für Frauen in Politik & Verbänden”.


Diana Scholl

Geschäftsführerin des Bundesverbandes
 
Deutscher Berufsförderungswerke


Die Initiative „Starke Frauen – starker Mittelstand“

Zu Beginn meiner Zeit beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft hielt ich Unternehmerinnen für selbstverständlich. Der Bedarf eines eigenen Frauennetzwerkes zeigte sich mir dann jedoch, als ich viele Rückmeldungen erhielt, dass der Mittelstand mit “männlich” assoziiert wurde.
So kam es dazu, dass wir mit der Initiative „Starke Frauen – starker Mittelstand“ anfingen, Unternehmerinnen vorzustellen, diese sich untereinander verbunden haben und das für großes Aufsehen sorgte.

Bis heute gibt es regelmäßige Netzwerktreffen in den Regionen, die daraus entstanden sind und weiterwachsen. Auch wenn Frauennetzwerke oft belächelt wurden, hat sich der Bedarf und auch deren Stärke gezeigt und ich bin weiterhin eine große Befürworterin. 

Netzwerke schaden eigentlich nur denen, die sie nicht knüpfen oder haben 😉

Meine Tipps rund ums Netzwerken

Mein erster Netzwerktipp ist: Machen! Es fliegt einem selten etwas von alleine zu.

Die Möglichkeiten heute sind vielfältig, sodass auch introvertierte oder weniger kommunikative Menschen die Möglichkeit haben sich zu vernetzen, ohne gleich vor einer großen Gruppe sprechen zu müssen.
Social Media und andere digitale Netzwerke bieten hier viele Möglichkeiten, die man für sich nutzen kann.
Mir war es schon immer wichtig, Kontakte zu Menschen zu knüpfen, in den Austausch zu kommen und zueinander zu finden. Daher habe ich mich bei jedem neuen Job, in dem ich auch mit neuen Menschen zu tun hatte, gefragt, ob ich mit Person x oder y auch mal ein Bier trinken gehen wollen würde. 

Mit einem Kollegen habe ich, als wir noch recht frisch in der Lobbyarbeit aktiv waren, einen Stammtisch mit KollegInnen aus dem Politikbereich von Unternehmen und Verbänden gegründet und regelmäßig auf ein Bier eingeladen. Daraus entwickelten sich die unterschiedlichsten Verbindungen und man kam wiederum in andere Netzwerke rein. 

Von guten und lebendigen Netzwerken profitieren alle

Ich habe bei größeren Institutionen erlebt, dass Männer sich von den “Frauennetzwerken” ein Stück weit bedroht fühlen und dass obwohl Männernetzwerke weiterhin dominieren. Aus meiner Sicht sind sowohl heterogene als auch homogene Netzwerke wichtig und man bekommt durch sie die Möglichkeit unterschiedliche Themen und Bereiche zu besprechen.

An dieser Stelle möchte ich Frauen wie Männern das Buch “Business Women Empowerment” von Miriam Engel und Dr. Martina Henn-Sax ans Herz legen.

In Netzwerke muss man investieren, sie bedeuten einen gewissen zeitlichen Aufwand und müssen gepflegt werden.Wer nur in ein Netzwerk eintritt, um daraus für sich einen Vorteil rauszuziehen und dann wieder geht, wird nicht von der Lebendigkeit und der Dynamik eines Netzwerkes profitieren können. Mit der Zeit entsteht Vertrauen, neue Verbindungen und Freundschaften. Ich bin ein Freund von persönlichen Beziehungen und möchte das Ganze nicht nur oberflächlich betrachtet haben.

Letztendlich muss jede*r für sich schauen, mit was sie oder er sich wohlfühlt, auch im Bezug auf die Art des Netzwerkens, ob über den persönlichen Kontakt, auf Veranstaltungen oder über die Sozialen Medien.

Kontakte aufbauen in den Sozialen Netzwerken

Wenn man - so wie ich - auf allen Ebenen netzwerkt, kann es schonmal passieren, dass man bei einer Veranstaltung von jemandem angesprochen wird, dass man sich doch über Twitter kennt, sowas kann dann ein erster Eisbrecher sein.
Für das Netzwerken über Twitter, LinkedIn, Facebook und Co. gibt es vielfältige Möglichkeiten, mit jemandem in Kontakt zu treten. Manchmal kann das erstmal nur ein “Like” für einen Beitrag sein oder ein netter Kommentar. Hier gilt eigentlich das Gleiche wie im persönlichen Kontakt: Nicht ausschließlich Informationen zu senden, sondern auch in den Austausch zu gehen und Interesse für das Gegenüber zu zeigen.
Social Media ist keine “Pitchplattform”!

Neue Perspektiven und Meinungen zulassen

Für das eigene Vorankommen und Wachstum ist es wichtig, immer wieder andere Perspektiven und Meinungen zuzulassen und auch in den Austausch mit Menschen zu gehen, die eventuell einen anderen Standpunkt vertreten.
Es hilft nicht, sich ausschließlich mit Menschen zu verbinden, die die gleiche Meinung zu einem Thema haben und man darf immer wieder reflektieren, wie divers die eigene Bubble aufgestellt ist.
Oft betreffen einen auch Themen aus ganz anderen Sparten oder Bereichen, die zunächst nicht offensichtlich sind. Wenn man parteipolitisch unterwegs ist, kann es auch bereichernd sein, sich mal außerhalb der eigenen Partei an Diskussionen zu beteiligen und andere Blickwinkel kennenzulernen.

Zusammensetzung von Netzwerken am Beispiel
des Demographie Netzwerk e.V. (ddn)

Demographie ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Beim ddn konzentrieren wir uns auf die Wirtschaft, sind allerdings divers aufgestellt. Wir haben soziale Komponenten dabei, den Mittelstand dabei aber auch Großindustrie und schauen, wie wir uns gesamtgesellschaftlich voranbringen können.

Wir gehen in den Austausch mit der Wissenschaft und auch anderen Institutionen die den Fokus nicht nur auf der Wirtschaft haben. Demographie betrifft nicht nur die alten Leute, sondern ist perspektivisch auch für die jungen besonders wichtig.
Bei einem so umfassenden Thema wie Demografie ist es essentiell die vielen unterschiedlichen Interessensgruppen und Blickwinkel mit einzubeziehen.  

Machtpositionen anstreben, um etwas zu bewegen?

Ich habe bereits im VWL- und Politikstudium gemerkt, dass ich etwas bewegen möchte. 
Für mich stellte sich immer die Frage: “Will ich mit Entscheidungen leben oder möchte ich mitentscheiden?”
Wenn ich eine gewisse Vorstellung von meinem Leben und meiner Arbeitswelt habe und einen gewissen Rahmen, in dem ich mich bewegen möchte, dann ist es natürlich sinnvoll, dies auch mitzugestalten. 

Ja, ich möchte mit am Tisch sitzen!
Eine machtvolle Position war daher früh mein Plan und dazu stehe ich auch. Ich fühle mich wohl in meiner Rolle als Führungskraft. Ich liebe es Türen aufzustoßen und neue Wege einzuschlagen, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist. Wenn mich etwas stört, dann muss ich meine Hand heben und etwas ändern. Wenn wir die Potenziale die sich uns durch Netzwerke bieten nicht ausnutzen, sind wir selbst schuld. 


Mein Appell: 

Traut euch und wenn ihr Bock drauf habt, dann macht das und wenn ihr nicht wisst wie, stellt die Frage anderen, die das schon gemacht haben. Niemand muss steinige Wege alleine gehen, Netzwerken bedeutet auch Möglichkeiten zu erschließen.

Datum des Interviews: 04.05.2022

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Moin, ich bin Janina Tiedemann.

Ich bin Moderatorin und stärke als Trainerin und Speakerin seit 6 Jahren Frauen für Führungspositionen in Politik & Verbänden.
Wir brauchen tolle Frauen, die die Gesellschaft gestalten wollen!

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